Techniktalk

„Fahrtensegeln ist das Reparieren eines Schiffs an den schönsten Plätzen der Welt“

mir unbekannter weiser Verfasser

Da eine Yacht, die ihr bisheriges Leben in Kroatien verbracht hat, nicht so ausgestattet ist, dass wir damit auf große Reise gehen können, war von Anfang an klar. Umbauten, Reparaturen und Verbesserungen waren gleich zu Anfang notwendig und werden uns auch auf unserer gesamten Reise begleiten. Hier will ich beschreiben was es an technischen Dingen während unserer Reise zu machen gab.

Noch ganz dicht?

Dass die Fenster an unser Lilo nicht dicht waren, wusste ich. Und die neuen Dichtungen waren auch schon besorgt. Sonst ist das Schiff aber dicht, das versicherte jedenfalls der Vorbesitzer. Das stimmt auch. Zumindest solange es nicht regnet!

So wurden zunächst einmal die Fensterdichtungen der Lewmar Fenster gewechselt. Dazu war erst ein „Spezialwerkzeug“ anzufertigen, mit dem das Silikon aus der Fuge entfernt werden konnte, in die normalerweise die Lippe der Dichtung gedrückt sein sollte. Auch der Eiskratzer war ein wertvolles Werkzeug, um die Bisherigen Abdichtversuche mit Silikon von den Scheiben und Rahmen zu entfernen.

Dann kam der erste heftige Regen, aus unseren Reiseführern im Schapp wurden Papierschiffchen und die Suppentöpfe, Teller und Tassen füllten sich automatisch.

Die Dichtungen allein waren es also nicht! Das Wasser kam nämlich bei den Verschlüssen herein. 34 O-Ringe waren schnell besorgt und auch zügig in den Regenpausen an allen Verschlüssen gewechselt. Nur das Wasser wurde nicht iel weniger!

Jetzt musste eines meiner alten T-Shirts dran glauben. In schmale Streifen zerrissen, wurde es rund um den Fensterrahmen, rund ums Fenster und unter die Griffe gestopft und beobachtet, welcher Steifen zuerst nass wurde. Es stellte sich heraus, dass das Problem die Abdichtung zwischen den beiden Rahmenhälften war, was mit Sika an einem trockenen Nachmittag erledigt war.

Trocken? Nur noch an zwei Stellen kam Wasser unter der Deckenverkleidung zum Vorschein. Eine Ursache war die Fußreeling, von der mehrere Schrauben ausgerissen waren. Der frühere Versuch, den Schaden mit einer dicken Silikonnaht zu beheben war leider nicht erfolgreich. Fußreeling demontieren, alles schön Polyestern, neu vorbohren, Sika und neue, weil gerade, Schrauben. Und schon war die Backbordseite unserer Lilo auch bei Starkregen dicht. Nur die lecke Stelle an Steuerbord konnte ich noch nicht lokalisieren. Es war zwar zu sehen, wo das Wasser auf die Innenverkleidung tropfte, wie es aber dort hin kam, war nicht nachvollziehbar. Irgendwo muss das Deck selbst undicht sein! Dachte ich! Bis heute!

Eigentlich wollte ich nur schnell die eingelaufen Rolle, wo die Reffleine für die Rollgenua unter das Deck umgeleitet wird, ausbauen und messen, um eine neue zu besorgen. Aber das ist eine andere Geschichte……..

Manch Bootseigentümer behauptet, dass es ein dichtes Schiff nicht gibt! Jetzt hab ich eine Idee, warum das so sein könnte. Es sind nämlich dem Einfallsreichtum der Bootsbauer anscheinend keine Grenzen gesetzt, wenn es darum geht, zukünftige Leckagen am Schiff vorzubereiten.

Besagte Schotumleitung läuft über zwei Rollen unter das Deck und die Reffleine kommt kurz vor der Rolleinrichtung wieder über zwei Rollen unter dem Deck hervor. Unter Deck wird die Leine durch ein anlaminiertes Chromstahlrohr geführt. Der Kasten, in dem die Rollen montiert sind, hat unter Deck einen Abgang, durch den die Leine in das Chromstahlrohr geführt wird. Und über die beiden Rohrstücke ist als Muffe wiederum ein Rohr geschoben.

Muffe über den beiden Rohrstücken

Leider klebt die Dichtmasse zwar noch prima am GFK, nur am Chromstahl erfüllt sie nach dieser Zeit ihre Aufgabe nicht mehr. Und so rinnt der größere Teil des Regenwassers, das in den Rollenkasten gelangt, aussen am Rohr entlang, verfolgt dann den Weg des Kabels, um ungefähr 1 Meter weiter nach Achtern unter der Deckenverkleidung wieder zum Vorschein zu kommen.

Mit Gewinde und etwas Hanf wäre das nicht passiert

Mal sehen, wie ich das dicht bekomme.

Heiße Sache

Heizung am Boot

Heute hab ich auch zum ersten Mal die Eberspächer angeworfen. Ist gleich angesprungen, allerdings ist der wärmste Raum der Kleiderschrank. Muss ich morgen anschauen, warum die Luft nicht bis in den Salon kommt.

Verfasst vonlilo2019 15. November 2019

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Heizung am Boot II

Hab die Wurzel entdeckt! Der Warmluftschlauch unter der Salonbank hatte sich gelöst und war am Holz angestanden, so dass die warme Luft nicht weg konnte. War irgendwie klar, dass des passieren musste, weil es schlichtweg nicht möglich war die Schelle nachzuziehen ohne den Salon zu zerlegen.

Ich habe mit dem Multimaster eine Wartungsklappe in die Polsterauflage geschnitten, den Schlauch wieder am Auslass befestigt und heute ist es auch im Salon schön warm. Verfasst vonlilo2019 18. November 2019

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Lilo bekommt ein neues Deck

ich habe beschlossen, dass das schon sehr betagte Teakdeck, das sich schon vom Deck abzulösen beginnt , runterfliegt. Da muss was neues drauf. Ich hab mich dafür entschieden, es gegen ein neues Deck von flexiteek auszutauschen. Es ist von den Eigenschaften angeblich echtem Teak gleichwertig, nur erfordert es wesentlich weniger Pflegeaufwand und ist auch optisch kaum von echtem Teak zu unterscheiden.

Die Schablonen sind aus Plastikfolie gemacht. Jetzt können nach diesen Schablonen die Paneele angefertigt werden. Zwischenzeitlich werde ich das alte Teak entfernen und die Oberfläche zum Verkleben der Paneele vorbereiten. Da für die Vorbereitungsarbeiten das Klima derzeit zu feucht ist, hab ich heute nur mal von einer Backskiste das Teak entfernt, um zu wissen welche Arbeit auf mich zukommt. Schätze ungefähr 4 Stunden je m² zum Teak entfernen. Gesamtfläche sind ungefähr 20 m². Dann alte Klebstoffreste abschleifen, Löcher mit Epoxy verschließen und dann die Oberfläche schleifen.

Das werde ich dann im Februar anfangen. Da sollte es normalerweise trocken und warm genug sein und ich hab mir zwei Wochen dafür eingeplant.